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Traditionelle Persische Medizin (TPM)

Die Traditionelle Persische Medizin sieht den Menschen als Ganzes – als Einheit von Wesen, Psyche und Körper – und entwickelt daraufhin Strategien zur Diagnose, Prophylaxe und Therapie.  

In ihrer rund 3.000-jährigen Geschichte brachte die orientalische Heilkunde zahlreiche Errungenschaften hervor, die bis heute nachwirken. So entstanden in diesem Kulturraum die ersten Lehrkrankenhäuser überhaupt, und Gelehrte wie Ibn Sina – besser bekannt als Avicenna – und Razis gelten als Wegbereiter der modernen Medizin. Anatomische Skizzen, klinische Untersuchungen sowie Regeln zum Test von Arzneien gehen auf die Pioniere aus dem Morgenland zurück. Dabei entwickelten sie auch die antike Lehre der „Temperamente“ weiter für eine individuell ausbalancierte Therapie des Menschen.

Die medizinischen Schriften aus dem Orient galten bis ins 19. Jahrhundert als Standardwerke selbst im Abendland. Erst als die westliche Medizin begann, den Menschen „organweise“ zu definieren, geriet die eher ganzheitliche Betrachtungsweise der Ärzte der Kalifen in den Hintergrund. Aber sie ruhte nie, sondern entwickelte sich vielmehr voran.

Zwar wird die westlich geprägte Schulmedizin, wie sie in Europa den Standard darstellt, selbstverständlich genauso jeden Tag im orientalischen Kulturraum angewendet. Doch erleben die historischen Denkansätze der Traditionellen Persischen Medizin in ihrer modernen Interpretation eine Renaissance als ergänzende Strategie. Sie wird dabei fortlaufend wissenschaftlich anhand von Studiendesigns nach westlichem Standard überprüft, und zahlreiche Untersuchungen anerkannter Hochschulen unterstreichen ihre Wirksamkeit. Aktuell prüft die UNESCO die offizielle Aufnahme der alt-orientalischen Gesundheitslehre in die Liste des "Immateriellen Weltkulturerbes" der Menschheit.